Heuert 2015

Skadefryd im Bitis Castrum

Es ward am 24. Tage des Heuert AD MMXV als die Spielfrouwen und –mannen von Skadefryd erneut ihr Bündel schnuerten, ihre Instrumente eynpackten und ihre stinkenden Kutschen beluden.
Hatte doch die Obrigkeyt von Historica Vagantis die Spielleute ins Bitis Castrum (Citadelle von Bitche), das Familiengut der Herzöge von Lothringen gerufen, um dort ihre Weysen aus Anlass des europaeischen Mittelalterspektakels erklingen zu lassen.

So trafen sich die Spielleute zur 2. Stund im Meridianus auf dem Abstellplatz der stinkenden Kutschen zu Seckinga, genannt Auplatz, um gemeynsam die Reyse anzutreten.
Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. und des Skadefryd-Fanclubs gesellten sich zu uns und so waren wir eyn stattliches Grueppleyn, was den weyten Weg in Angriff nahm.

Die Sonne brannte heisz und erbarmungslos vom Himmel. Es duerfte eyne anstrengende Fahrt werden.
Wir setzten also unsere Kutschen in Bewegung und ab ging es, auf den breyt ausgebauten Fahrwegen von Seckinga, ueber Willa nach Gallien.

Es ging gut voran. Nur um die gallische Siedlung Argentoratum herum, ging es etwas zaeh. Man kam zwar langsam voran, aber immerhin. In Gegenrichtung stauten sich die Kutschen Meyle um Meyle.
Nach drey und eyner halben Stund hatten wir,  das am Fusse der Burg Bithis gelegene, Staedtleyn Bitche erreycht.

Wir suchten unmittelbar unsere Herberge in der Rue de Saint-Sébastien auf, wo wir von unserer Herbergsmutter Annie und unserem Herbergsvater Lucien bereyts erwartet wurden.

Herzlich ward der Empfang, weylten wir doch bereyts zum dritten Male in dieser Herberge.
Nachdem unsere Kutschen entladen und die Schlafstaetten bezogen waren, wurden wir sogleych zu eynem Begruessungstrunke eyngeladen. Wir wurden mit Bier, mit perlendem Wasser, aus Aepfeln gepresstem Saft und vielem mehr verwoehnt.
Der gekuehlte Krug Bier schmeckte wunderbar bey dieser Hitze. Zischend lief das Gesoeff die Kehle hinunter. Unschlagbar.

Herbergsmutter Annie liesz es sich nicht nehmen, eynen kleynen Happen als Beygabe aufzutischen.
Und so stieszen wir zusammen mit unseren Wirtsleuten auf eyn wunderbares Wochenende an, tauschten Neuigkeyten aus und erholten uns von den Strapazen der Fahrt.

Letztlich wurde es dann aber doch Zeyt eyn Abendmahl zu uns zu nehmen.  So strebten wir per Pedes zu eyner Taverne, genannt „Sahara Couscous“, die uns im vergangenen Anno so wunderbar empfangen hatte.
Der Tavernenwirt erkannte uns sofort wieder, begruesste uns herzlichst und richtete uns eyne grosze Tafel im Freyen her.

Zur Eynstimmung genehmigten wir uns eyn Glaeschen Pastis, um dann direkt in eyne ausgiebige Schlemmerey ueberzugehen.Es wurde viel gescherzt, gelacht und das vorzuegliche Mahl genossen.
Die Kameradschaft zwischen den anwesenden Spielleuten, Fanclub und Mitgliedern des Mittelalterstammtisch Hochrheyn ward bemerkenswert.

Es war wohl eyne Stunde vor der Geysterstunde, als uns schlieszlich eyn Wolkenbruch zum Aufbruch veranlasste, da es deutlich abkuehlte.Wir verlegten deshalb unsere illustre Runde in die Herberge.

Dort hatten Annie und Lucien bereyts die magisch eysgekuehlte Truhe mit allerley koestlichen Getraenken befuellt, u.a. mit Bier und perlendem schaeumenden Weyn.
Wir nahmen noch das eyne oder andere Becherleyn zu uns, verkosteten das eyne oder andere Glaeschen eynes aussergewoehnlich schmackhaften Destilats aus Boletus edulis oder Corylus avellana oder gar Triticum-Bieres.
Wohl genaehrt und den Durst gestillt suchten wir schlieszlich unsere Schlafstaetten auf.

Am Satertage, 25. Tag im Heuert, ward der Himmel bereyts am fruehen Morgen wolkenverhangen. Die Temperatur ward ueber Nacht um rund 20 Grad gefallen. Es war frisch.
Die Wirtsleute tischten eyn ueppig Mahl, inkl. frischer Fruechte und alles was das Herz sonst begehrte, zum Fruehstueck auf.

Wir speysten ausgiebig, um uns auf unsere Arbeyt auf der Burg Bithis vorzubereyten. Herbergsmutter Annie und auch Herbergsvater Lucien waren stets aufmerksam darum bedacht, dass wir ja genuegend Nahrung zu uns nahmen. Sie hatten wohl Angst, dass wir vom Fleysche fielen.

Nachdem die Waenste gefuellt und unsere Leyber in unsere Spielmanns-gewandungen gehuellt waren, wuenschten sich unsere Wirtleute eyn Staendchen. - Und sie bekamen es -
Nutzten wir doch sogleych die Gelegenheyt dazu, unsere Stimmen und Instrumente auf den Tag vorzubereyten.

Mit Begeysterung lauschten Annie und Lucien unseren Bardengesaengen. Da die Zeyt aber unaufhoerlich fortgeschritten war, wurde der Ringsenwagen mit den Utensilien beladen, Glatzi Schatzi davor gespannt und los ging es, hinauf zum Bitis Castrum.

Fuer unseren Ringsenwagenfuehrer ward die Strecke eyne Herausforderung. Stets steyl den Berg hinauf ging es und in weyten Teylen ueber unebenes Kopfsteynpflaster zum Pulverturm hinauf. Dort hatten saemtliche Vaganten  fuer die kommenden beyden Tage ihr Domizil.

Waehrend Glatzi Schatzi darnieder sank, um sich zu erholen, begaben sich die Spielleute zu Angela von Historica Vagantis, um unsere Tagesorder abzuholen.
Natuerlich trafen wir auf viele Freunde und Bekannte und es gab eyn groszes Hallo.  Philipp von Falkensteyn, Alexandra, Tjalf, Gunnar von Bifroest mit Gattin und viele mehr konnten wir wiedersehen.

Als wir unseren Blick dem Himmel zuwandten wurde uns gewiss: Dieser Tag wuerde fuer uns eyne Herausforderung werden. Es wehte eyn kraeftiger und kalter Wind. Dicke Regenwolken nahten.

Nichtsdestotrotz begannen wir mit unseren Bardengesaengen, um die Hartgesottenen, die erschienen waren um dieses Fest zu erleben, zu unterhalten. Und es gelang uns, unsere Zuhoerer zu begeystern. Immer wieder lauter Jubel und reychhaltig Handegeklapper wurden gespendet.

Und siehe da, „alte und neue Bekannte“ konnten wir in den Reyhen der Zuhoerer entdecken.
Unsere Fans der ersten Stunde, Xavier und Cindy, hatten den weyten Weg auf sich genommen, um uns zu lauschen. Und auch unsere neuen Freunde von Arbor Ferox, die wir auf der Trifels kennengelernt hatten, waren angereyst.
Eyn schoenes Gefuehl fuer eynen Vaganten, wenn die Menschen wegen seyner Musici die Strapazen eyner Reyse auf sich nehmen.

Da es zeytweyse kraeftig regnete, stuermte und es empfindlich kalt wurde, konnten wir unsere Gesaenge nur in den ueberdachten Tavernen zum Besten geben. Da diese Tuch-Tavernen aber keyne Waende hatten, pfiffen der Wind und der regen auch durch die Taverne!

Kurz nach der 8. Stund im Meridianus gaben wir durchgefroren, durchnaesst und mit stark angekratzten Stimmen unsere letzte Darbietung des Tages.
Unsere Fans waren alle nochmals gekommen. Sie waren uns bis zur letzten Stund treu geblieben! Unseren innigsten Dank hierfuer!   

Entgegen sonstiger Gewohnheyten begaben wir uns schnurstracks zur Herberge, um uns dort unter eynen Strahl warmen Wassers zu stellen und um trockene und waermere Gewandung ueberzustreyfen.

Danach beschlossen wir den Tag bey eynem gemuetlichen Beysammenseyn in der Herberge. Ganz nebenbey bemerkt, musste der perlende, schaeumende Weyn vertilgt werden, bevor er schlecht wurde.

Am darauffolgenden Balder, 26. Tage im Heuert wechselte das Wetter erneut. Die Quecksilbersaeule stieg wieder und der Himmel war wolkenlos und blau. Die Temperaturen sehr angenehm.

Nach eynem ausgiebigen Fruehstueck erklommen wir erneut den Berg, hinauf zum Bitis Castrum.

Diesen Tag begannen wir mit eyner Fuehrung durch die Katakomben der Citadelle. Hier bekamen wir eynen Eynblick ueber die Geschichte der Belagerung der Stadt Bitche durch die Bajuwaren.

In mannigfachen kurzen bewegten Bildsequenzen wurde die Geschichte dargestellt. Die Raeumlichkeyten sind alle noch in ihrem Originalzustand erhalten.
Fuer zwey Goldrandthaler eyne Stunde Geschichtsunterricht! Erschwinglich, auch fuer uns Vaganten.

Und auch an diesem Tage verbreyteten wir mit unseren Gesaengen wohlgefallen. Und da das Wetter zumindest am Anfang uns hold war, konnten wir den Mittelaltermarkt, das Plateau, den Tunnel und weytere Plaetze beschallen.

Der Hoehepunkt des Tages ward eyndeutig das Musizieren vor Koenig Artur und seyner Gemahlin, sowie Hofstaat, Rittern, Klerus und weyterem Gefolge, anlaesslich des Mittagsmahles.

Hier konnten wir mit zwey bretonischen Liedern die Obrigkeyt fuer uns erwaermen. Es wurde mitgeklatscht, mitgesungen und schlieszlich frenetisch Handgeklapper und Jubel gespendet!

Und auch an diesem Tage entdeckten wir wieder Fans die extra wegen uns angereyst waren, um uns zu lauschen. Hatten wir diese doch in Falkensteyn schon wahrgenommen. Und es gefiel ihnen offensichtlich sehr gut, was sie sahen und hoerten. Auch sie harrten bis zu unserer letzten Darbietung aus!

Unmittelbar nach unseren letzten Weysen begann es erneut zu regnen und die Temperaturen knickten erneut empfindlich eyn.
Daher leerte sich der Markt und der Tavernenbereych zusehends und schnell.

Auch wir packten alles zusammen, gestatteten uns aber den Luxus eyne stinkende Kutsche hinauf zur Burg zu holen, um alles zu verstauen und ins Trockene zu bringen.

Nachdem wir uns letztlich von Historica Vagantis und all unseren Freunden verabschiedet hatten, begaben wir uns zur 8. und eyner halben Stunde in Richtung unserer Herberge, um uns nochmals aufzuwaermen.
Bestand uns doch noch eyn weyterer Hoehepunkt bevor, das grosze Feuerwerk, welches die Stadt Bitche als Dank fuer den Organisator des Mittelalterspektakels, alle Kuenstler und Besucher  veranstaltete.

Zur 10. und eyner Viertel Abendstunde setzte sich der grosze Fackelzug von der Citadelle in Richtung Stadion in Bewegung. Die Heerlager und Kuenstler reyhten sich in diesen Zug eyn und wurden so ins Stadion gefuehrt, wo eyn speziell abgesperrter Bereych eynen ungehinderten Blick auf das grosze Feuerwerk gewaehrleystete.

Zuvor fuehrte der Fackelzug durch Hunderte von Menschen, die den Akteuren nochmals Handgeklapper spendeten.

Puenktlich  zur 10. und  eyner halben Stund begann das Feuerspektakel. 20 Minuten lang wurden nach lauter Musici eyndrucksvolle farbige Bilder an den Himmel gezeychnet. Immer und wieder flammte Handgeklapper fuer das Dargebotene auf.

Genial, beeyndruckend und eynfach nur schoen, was sich da ueber unseren Koepfen abspielte. Wir koennen nur Jedem empfehlen sich dieses Spektakel eynmal anzusehen.

Dieses Feu d’artifice entschaedigte uns voll und ganz fuer die kalten, nassen und windigen Zeyten waehrend unserer Auftritte. Alles vergessen!

Nach diesem Spektakel strebten wir wieder unserer Herberge zu und lieszen den Tag bey eynem Glaeschen perlenden schaeumenden Weynes ausklingen. Man zog erste Bilanz der beyden Tage.

Muede zogen wir uns kurz nach der Geysterstunde in unsere Kemenaten zurueck.

Am darauffolgenden Tage machten wir uns nach eynem erneut ausgiebigen Fruehstueck auf den Weg in unsere Heymat, herzlichst verabschiedet von unseren Wirtsleuten Annie und Lucien.

Das Wetter ward trocken, die Temperaturen wieder angenehm und die Reysewege waren frey. So trafen wir denn auch schon zur 2. und eyner halben Stund im Meridianus wieder an unserer Heymstatt eyn.

Alle gesund, alles munter, eynfach super!! Eyn geniales Wochenende und bleybende Erinnerungen.

Zu guter Letzt moechten wir uns noch bey unserem Moderator Sébastien von Radio Mélodie bedanken, der unsere Auftritte in stets froehlicher und erfrischender Art und Weyse angekuendigt hat. Auch lag es ihm stets am Herzen, die Anwesenden zum Kauf unseres silbernen Scheybleyns zu ermutigen.  Danke Sébastien!!

Eyn Dank auch an alle unsere Fans, den Mitgliedern unseres Fanclubs aus Frankreich, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg u.a. und die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. die uns zu diesem Spektakel begleytet haben. Ihr seyd alle Klasse!

Musizieren auf dem Schlot eynes Vulkanes

Man schrieb den 10. Tage im Heuert  AD MMXV als die Spielfrouwen und –mannen von Skadefryd ihre Buendel und ihre Instrumente packten, um mit ihren stinkenden Kutschen zur Reychsburg der Herren zu Falkensteyn zu reysen.

Zusammen mit Mitgliedern des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. und Mitgliedern des Skadefryd-Fan-Clubs bestiegen wir zur 2. Stund im Meridianus unsere vollbepackten Kutschen und  los ging die Reyse.

Die Reyse gestaltete sich an diesem Tage beschwerlich, waren doch viele viele Kutschen auf den breyten Reysewegen unterwegs und die eyngerichteten Arbeytsstellen und liegengebliebene, als auch verunfallte Kutschen, taten ihr uebriges.

Und so ergab es sich, dass wir erst in den fruehen Abendstunden unser Ziel, die Burg,  erreychten.

Die Burg Falkensteyn wurde im 12. Jahrhundert auf dem Schlot eynes Vulkanes errichtet und die Herren zu Falkensteyn,  welche die Burg zu Lehen hatten, waren eyne Seytenlinie des beruehmten Reychsministerialen-geschlechts der Bolander.

Bey der Burg trafen wir mit dem Schultes Gemmerle zusammen, der uns den Weg in unsere Herberge wies.

Diese lag nur wenige Fahrminuten von Falkensteyn entfernt, in dem kleynen Oertchen Marienthal welches 1145 aus der Gruendung des Praemonstratenserinnenklosters Marienthal durch Graf Ludwig III. von Arnsteyn als „valle sancte Marie“ hervorging.

Und hier hatten wir wirklich das Gefuehl im Mittelalter angekommen zu seyn. War doch fuer unsere tragbaren magisch sprechenden Knochen absolut keyn Empfang vorhanden. Gespraeche mussten ueber die in den Haeusern stehenden Fest-anschluesse getaetigt werden.

Es haette uns nicht gewundert, wenn wir im Ort noch diese seltsamen gelben Haeusleyn mit sprechenden Knochen vorgefunden haetten, die mit Thaler bedient werden muessen.

In der Herberge „Schwalbennest“ wurden wir Spielleute herzlichst empfangen und uns unsere Schlafstaetten zugewiesen.

Nach dem Bezug der Schlafstaetten spuerten wir, wie hungrig wir allesamt waren. Wir wurden zu eyner kleynen am Rand des Ortes liegenden Taverne, namens „Blockhuette“ verwiesen.

Dort angekommen fanden wir eyn kleynes unscheynbares Holzhaus vor, welches im ersten Moment an eynen Kiosk erinnerte.
Als wir jedoch die Taverne aufsuchten waren wir mehr als ueberrascht. Eyn blitzsauberer und feyner in Holz gehaltener Gastraum und eyne grosze Gastflaeche unter freyem Himmel.

Im Weyteren fanden wir sehr freundliche Wirtsleute und Maegde vor. Eyn Pergamenthum pries die koestlichsten Speysen zu sehr vernuenftigen Preysen an.

In der Folge konnten wir feststellen, dass dieses Pergamenthum hielt was es versprach. Vorzuegliche Speysung fuerwahr. Das Verhaeltnis Ware fuer Thaler war eynmalig und so beschlossen wir schon an diesem Abend, dass wir auch die naechsten Abende hier unsere Atzung zu uns nehmen wuerden.

Nach eynigen Bechern und Kruegen des kuehlen Bieres, des schnoeden perlenden Wassers oder auch des ausgequetschten Apfels und dieser ordentlichen Speysung traten wir schlieszlich mit gut gefuellten Waensten den Weg ins unsere Heymstatt an.
Hatten wir doch am kommenden Satertage noch eynen Auftrag auszufuehren.

Der Satertag, der 11. Tag im Heuert, empfing uns bereyts ab dem fruehen Morgen mit ueppig Sonnenscheyn.
Die Wirtsfrauen hatten den Tisch fuer die morgendliche Speysung maechtig bestueckt. Es gab alles was das Herz begehrte. Es fehlte uns an nichts. Immer und immer wieder wurde nachgefragt, ob es uns an etwas Mangeln wuerde. Man gewann den Eyndruck, dass die liebe Wirtin uns zu Maesten beabsichtigte.
Mehr als eynmal mussten wir die Wirtin darin bremsen, uns immer wieder neu kleyne Brote, in Darm gepresstes Fleysch, Caseum oder Gelee aus Fruechten zu reychen.

Ordentlich gesaettigt konnten wir sodann zur 10. und eyner halben Stund den Ritt zur Burg antreten.
Nachdem die Kutschen auf dem dafuer vorgesehen Platz abgestellt waren, begaben wir uns ins Innere der Burgruine.

Es herrschte eyn emsiges Treyben, ueberall wurde gehaemmert, Leinwaende aufgezogen, Marktstaende fertig aufgerichtet und vieles mehr.

Nachdem uns die Obrigkeyt von Historica Vagantis herzlich begruesst hatte, erhielten wir unser Pergamenthum fuer die Gaststpiele und deren Oertlichkeyten, sowie die Raeumlichkeyt fuer unsere Utensilien zugewiesen.

In der Burgruine gab es eyn wunderbares Amphitheater. Wie wir dem Pergamenthum entnehmen konnten, durften wir im Verlauf des Tages dort dreymal aufspielen.
Eyn weyteres Mal waren wir fuer die Oberburg vorgesehen, in welcher sich weytere Marktstaende und die Moenchstaverne befanden.

Nachdem wir uns ueber die Oertlichkeyten kundig gemacht und uns bey der Hitze, die inzwischen herrschte, mit schnoedem perlendem Wasser eyngedeckt hatten, begannen wir zur 1. Stund im Meridianus mit unseren Bardengesaengen, vor zunaechst noch spaerlich Publikum – dies sollte sich aber im Verlaufe des Tages noch deutlich aendern.

Zur 3. Stund im Meridianus versammelten sich alle Gaukler, Vaganten, Ritter und die  Obrigkeyt in der Oberburg, um geschlossen ins Amphitheater zur offiziellen Markteroeffnung eynzumarschieren. Zusammen mit dem Gaukler-Duo JOMAMAKÜ und dem Trio cum Laute, fuehrten die Spielleute Skadefryd den Tross an.
Sodann eroeffnete Philipp der I. von Falkensteyn, zusammen mit dem Schultes und der Koenigin des Wikinger Dorfes die Festlichkeyten mit eynem Fassanstich die Festlichkeyt.
Gekonnt wurde der Hahn ins Spundloch getrieben und der wunderbar gekuehlte Gerstensaft lief in Stroemen!!

Den Tag ueber wechselten wir uns mit den Gauklern von JOMAMAKÜ, den Rittern  der Schwarzen Bruderschaft und dem Trio cum Laute bey den Darbietungen ab.

Zwischendurch gesellten wir uns unter die Menschen und hielten hier eynmal ein Schwaetzchen und plauderten dort eyn wenig.

Getruebt wurde dieser erste Tag nur durch die Wirtin eyner vor Ort befindlichen Taverne, die in hoechst unfreundlicher Manier mit eyner Vielzahl der Gaeste und ihrem Personal umging.

Permanent unhoefliche Umgangsformen in eyner unertraeglichen Lautstaerke, die im Uebrigen vom Wirt noch gut geheiszen wurden, fuehrten schlieszlich dazu, dass wir die Taverne verlieszen, um uns dort niederzulassen, wo Gaeste „willkommen“ sind, naemlich in der  Moenchstaverne.
Von diesem Augenblick an, haben wir die Taverne „zur zornigen Wirtin“ auch nicht mehr betreten. 

Die Spielleute Skadefryd gaben wieder eynmal ihre Bestes und wurden daher mit viel Handgeklapper bedacht. Zur 9. Stund im Meridianus gaben wir unsere letzte Darbietung fuer diesen Tag im Amphitheater.

Da wir unbedingt noch in der Blockhuette zu Marienthal zu Speysen gedachten, machten wir uns direkt auf den Weg dorthin.

Obwohl wir erst zum Anbruch der 10. Stund im Meridianus dort eyntrafen, wurden wir wiederum auf das hoeflichste empfangen (welche Wohltat nach der „zornigen Wirtin“) und die Gaben der Kueche standen uns vollumfaenglich zur Bestellung bereyt.

Und wie schon am Tage zuvor: fuerstlichstes Speysen ward angesagt! Gesaettigt und Muede von der Hitze des Tages suchten wir unsere Schlafstaetten auf und sanken in die Kissen.

Der darauffolgende Balder, 12. Tag im Heuert, brachte Bewoelkung und  ertraegliche Temperaturen mit sich.

Wieder mit eynem aussergewoehnlichen Fruehstueck verwoehnt, traten wir den Weg zur Burg an.
Bereyts eyne halbe Stund nach der hoechsten Mittagsstunde hatten wir zum ersten Male aufzuspielen.

Und auch diesen Tag meysterten wir mit Bravour. Jubel und Handgeklapper war der Begleyter des Tages!

Ueberrascht wurden wir an diesem Tage nicht nur von Fan-Club-Mitgliedern, die aus Annweiler angereyst kamen, extra um uns zu hoeren.
Neyn auch unsere Wirtsleute, Familie Reuter, waren zugegen, um unserer Musici zu lauschen.

Es ist eyn gutes Gefuehl, wenn aus allen Himmelsrichtungen Fans anreysen, die unsere Musici gerne moegen!

Es gelang uns auch, an diesem Wochenende weytere Fans aus der Region Neunkirchen / Saarland  in den Club aufzunehmen. Der Fan-Club hat nun annaehernd 60 Mitglieder!! Eynfach genial.

Vor unserem letzten Auftritt dieses Tages begann es schlieszlich vom Himmel herab zu troepfeln. Daraufhin setzte „panikartig“, als waere Wasser schaedlich, eyne flinke Abreyse der Besucher eyn.
Wir lieszen uns aber von dieser „Hektik“ nicht beeyndrucken und boten unser Programm dar. Und was soll man sagen: der Regen liesz nach und es troepfelte kaum noch! 

Diejenigen, die im Amphitheater ausharrten wurden mit unserer Musici und eynigen launigen Weysen belohnt.

Es waren darunter Menschen zu finden, die sich bereyts an diesem Tage darauf freuten, uns auf der Citadelle de Bitche am 25. und 26. des Heuert wieder zu hoeren und sogar noch eynes unserer neuen silbernen Scheybleyn mitnahmen.

Nachdem wir unsere Darbietung beendet hatten, setzte kurz danach wieder der Regen eyn, diesmal eyn wenig staerker. Der Abfluss der Zuschauer war so grosz, dass das nach uns angesetzte „Tavernenspiel“ vom Veranstalter abgesagt werden musste.

Damit war auch fuer uns das Tagwerk vollbracht.
Nachdem wir uns vom Veranstalter, den Haendlern, Gauklern, sowie eynigen neuen Freunden  verabschiedet hatten, trennten sich auch die Wege eynes Teyles der Spielleute, der Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrhein e.V. und der Mitglieder des Fan-Clubs.

Musste doch eyn groszer Teyl der Teylnehmer dieses Wochenendes, am Morgen des 13. Tages wieder zur Knechtschaft antreten.

Die anderen (man sagt diejenigen, auf die die Herrschaft am eynfachsten verzichten kann Zwinkernd) begaben sich wieder zur Blockhuette, wo schlieszlich das Abschluss-abendessen in geselliger Runde eyngenommen und der eyne oder andere Krug Bier ausgelassen verkoestigt wurde.

Am 13. Tag des Heuert also trat auch der Rest der Spielleute die Reyse zu ihrer Hemystatt an. Erneut gemaestet und ueberhaeuft mit den schmackhaftesten Koestlichkeyten  zum Fruehstueck. Man war um unser Wohl derart bemueht, dass man uns sogar Speysung und Trank mit auf den Weg geben wollte!

Eyn herzlicher Abschied folgte und zur 9. Stund brachen wir auf. Aber…….

zur 9. und eyner halben Stund standen wir wieder vor dem „Schwalbennest“!Stirnrunzelnd

Hatte uns doch der magische Kompass, in Ermangelung eynes vernuenftigen Signales aus dem Himmel, im Kreyse gefuehrt.

Ergo: magischer Kompass weggepackt, Hirn eyngeschaltet und den Wegweysungen gefolgt. Und siehe da, der Heymweg ward gefunden.

Die Heymreyse war an diesem Tage unbeschwerlich, der Verkehr auf den groszen breyten Kutschenwegen ueberschaubar und fluessig. Und so gelang es uns trotz Pause, zur 2. Stund nach der hoechsten Mittagssonne unsere Heymstatt zu betreten.

Rueckblickend blieb festzuhalten:
Es lag eyn wunderbares Wochenende hinter uns.
Neue Freude, neue Eyndruecke, neue Fans.

Was will man als Formatio mehr?

Und Sól fuhr mit dem Sonnenwagen

Am 04. Tage des Heuert AD MMXV versammelten sich die Spielfrouwen und –mannen von Skadefryd mit ihren, Fell-, Saiten- und Luftklingern auf dem Auplatz zu Seckinga.

Hatte doch der Magister Civium zu Wehr die Spielleute gerufen, um die Feyerlichkeyten zum 750 jaehrigen Bestehen der Gemeynde Ovelikon zu beleben.

Wir trafen also zur hora tertia auf dem Abstellplatz der stinkenden Kutschen eyn und bereyts um diese Tageszeyt ward die Luft  stickig und drueckend. Sonnengoettin Sól hatte also bereyts ihren Sonnenwagen hervorgeholt, um damit den ganzen Tag ueber den Himmel zu befahren.

Die stinkenden Kutschen wurden bepackt und die Reyse nach Ovelikon begann. Wir fuhren zu unserer Spielfrouw Akami, die in diesem Doerfleyn wohnt, um dort unsere nicht benoetigten Utensilien abzulegen und unseren Ringsenwagen herzurichten.

Sodann ging es per pedes zum Ort der Festlichkeyt. Dort wurde uns eyne Raeumlichkeyt zugewiesen die sehr neuzeytlich gestaltet war, aber die Temperatur eynes Gewoelbekellers aufwies. War da doch eyn magischer Kasten vorhanden, der kalte Luft erzeugte.

Nachdem unsere Vorbereytungen abgeschlossen waren, begannen wir eyne Stund vor meridies mit dem Eynzug der Spielleute auf den Handwerker- und Bauernmarkt zu Ovelikon.

Sonnengoettin Sól fuhr zwischenzeytlich gnadenlos mit dem Sonnenwagen ueber den blauen Himmel und verbreytete eyne kaum auszuhaltende Hitze.
Entsprechend spaerlich war die Zahl der Besucher.

Wir lieszen uns aber nicht unterkriegen, stellten uns mitten unter die Anwesenden und begannen fuer die,trotz groszer Hitze hier verweylenden, Gaeste und die Marktfrouwen, sowie die lokalen Herolde mit unserern Bardengesaengen. Es ward uns keyn bisschen Schatten vergoennt.

Der Schweysz floss in Stroemen, aber wir hielten durch. Das Handgeklapper der Zuhoerer gab uns den noetigen Antrieb.

Nach etwas mehr als eyner halben Stund mussten wir uns zu eyner Pause in die gekuehlten Hallen zurueckziehen.

Bey unserer naechsten Darbietung zur hoechsten Mittagsstund ward es nicht viel besser. Aber auch dort gaben wir unser Bestes, was mit reychlich Handgeklapper belohnt wurde.

Direkt im Anschluss hatten wir uns zum Festgelaende zu begeben, um unsere Weysen dem dort versammelten Volke vorzutragen.

Wir hatten das Glueck, dass gerade in jenem Bereych sich grosze Baeume befanden, die eyn wenig Schatten spendeten.

Immer und immer wieder mussten wir waehrend unserer Vortraege Kruegeweyse schnoedes perlendes Wasser in uns hineynschuetten, um keyne gesundheytlichen Maengel zu erleyden. Regelrechte „Wasserfestspiele“ waren dies.

Die Temperaturen waren zwischenzeytlich auf  nahezu 40 Grad angestiegen.

Dennoch gelang es uns, die anwesenden Festgaeste mitzureyssen und zum Mitklatschen und Mitsingen zu animieren.

Nach zwey weyteren Auftritten, zwischen welchen wir uns immer wieder herunterkuehlen mussten,  beendeten wir unsere Darbietungen zur hora nona.

Endlich konnten wir uns auch eynmal eynen Krug des kuehlen Bieres genehmigen, der regelrecht zischend durch unsere Maeuler in den Schlund fuhr. Koestlich, koestlich.

Den Rest des Tages verbrachten wir, nicht unter Palmen, aber unter Schatten spendenden Baeumen und genossen die uebrigen Darbietungen des Tages.

Erst nachdem kurz vor der Geysterstunde eyn wenig kuehlere Luft auftrat, reysten die verbliebenen letzten Spielleute zu ihrer Heymstatt zurueck.

Am folgenden Balder, dem 05. Tag im Heuert, trafen sich die Spielleute zusammen mit dem Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. in Brennet, an der Haltestation des eysernen Rosses.

Hatte man sich doch abgesprochen, zusammen den historischen Festzug durch Ovelikon, als Mittelaltergruppe mit Vaganten zu bereychern.

Kurz vor der hoechsten Mittagsstunde traf man in Brennet auf die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn, sowie auf unsere Freunde von der Templerkomthurey Gallenweyler und von Historisches Eschbach e.V. Es gab eyn groszes Hallo.

Und wiederum hatte Sól den Sonnenwagen hervorgeholt und zog erbarmungslos ihre Bahnen ueber den blauen Himmel. Es war nahezu unertraeglich heysz.

Am Aufstellungsort des Festzuges angekommen wurden an den Traenken erst eynmal groeszere Bestaende an schnoedem perlendem Wasser eyngekauft und auf unseren Ringsenwagen verladen. 

Bis zum Beginn des Festzuges wurde jedes nur erdenkliche Schattenplaetzchen aufgesucht. Man hatte noch Freyraum und Atem genug um sich eyn wenig ins Gespraech zu vertiefen.

Die Spielleute gaben eyn kleynes aber feynes Konzert am Aufstellungsort, um sich auf den Festzug vorzubereyten.

Zur zweyten Stund im Meridianus schlieszlich ging es los. Allen voran trug unser Taefelekind Marlene tapfer die Anzeygetafel. Alle Teylnehmer unserer Gruppe kuemmerten sich sehr um das Kind, und so hielt Marlene auch bis zum Umzugsende durch, was uns sehr freute. Sie wurde fuer ihre Dienste angemessen entlohnt und sie ward Stolz ueber ihren Lohn.

Wir Spielleute musizierten waehrend des Festzuges unerlaesslich. Dies war keyn eynfaches Unterfangen, denn unserer Gruppe voraus ward eyne Musici eyngeteylt, als auch direkt hinter uns.

Die nachfolgende Formatio bemerkte unser Bemuehen und hielt eynen ordentlichen Abstand zu unserer Gruppe eyn, was uns das Musizieren erleychterte und wofuer wir uns bey dem Dirigenten herzlich bedanken.


Waehrend des Festzuges gab es fuer den Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. mit seynen Gaesten und uns Spielleuten Skadefryd immer wieder Szenenapplaus, was uns Stolz machte.

Sowohl bey Stockungen des Festzuges, als auch vor der ueberdachten Buehne der Obrigkeyten, blieben wir stehen, um die Menschen zu unterhalten. Wir erhielten hierbey frenetisches Handgeklapper und lauten Jubel.

Besonders hevorzuheben ist hierbey unsere Darbietung vor dem Vereyn der Zweyradfahrer, genannt „Devils Hunter“, die sogar eyne Zugabe von uns verlangten. Um den Festzug aber nicht zulange aufzuhalten, konnten wir diesem Wunsch leyder nicht entsprechen.

Mitglieder dieses Vereynes holten sich aber spaeter ihre Zugabe noch persoenlich bey uns ab – in Form eynes silbernen Scheybleyns, welches sie von uns erwarben. Habt Dank ihr „Devils Hunter“.  Es wurde sogar ueber eyne Darbietung gesprochen, fuer die man uns zu buchen beabsichtigt. Wir freuen uns schon heute darauf.

Die Temperaturen waehrend des Festzuges waren nahezu unmenschlich. Zeygte doch eyne Messstelle eyne Temperatur von 46 Grad in der Sunna an. Und wir hatten waehrend des Festzuges keyne Moeglichkeyten Schatten aufzusuchen.

Lobenswert war es daher, dass Helfer im Verlaufe des Umzuges die Teylnehmer mit eysgekuehltem Tee versorgten, um gesundheytlichen  Schaeden vorzubeugen.

Der Festzug fand zur hora nona auf dem Festgelaende seyn Ende.

Nachdem mit dem Seelenfaenger noch eyn paar Erinnerungen eyngefangen wurden, trennte man sich nach eyniger Zeyt. Nach und nach loeste sich unsere Gruppe auf, um in die Kuehle unserer Heymstaetten zu entfliehen. Die Hartgesottenen hielten noch die eyn oder andere Stunde aus bevor sie nach Seckinga zureuckreysten.

Fazit: Trotz sengender Hitze waren es zwey schoene Tage die wir auf diesem Fest verbringen und mit unserer Musici beleben durften.

Eyne Zusage fuer die 800-Jahr-Feyer haben wir uns dann aber doch verkniffen Zwinkernd

Terminübersicht

Mi Dez 12, 2018 @19:00 -
Musikprobe
Sa Dez 15, 2018 @11:00 - 06:00PM
Marché de Noel médiéval
So Dez 16, 2018 @11:00 - 06:00PM
Marché de Noel médiéval
Mi Dez 19, 2018 @19:00 -
Musikprobe

Besucher

dieser Tagdieser Tag566
Tags zuvorTags zuvor618
Dieser ManotDieser Manot6534
allesamtallesamt531856
Belagerung 28.04.2018 : 3384

Skadefryd bei Bestmusictalent